Reisebericht von Norbert Grunwald aus Wuppertal

Rio Grande do Sul

Weil unsere Freunde in diesem Bundesstaat leben, sind wir dort während unserer Besuche in Brasilien häufig herumgefahren, meistens aber mit Begleitung.

> Wir waren in eine der Amethystminen im Norden des Staates, in der Nähe der Stadt Ametista do Sul.

 

> Wir haben den längsten Wasserfall der Welt gesehen im Parque Florestal Estudual Turvo.

 

> Wir haben bis 1000 Meter tiefe Canyons gesehen im Parque Aparados da Serra und im Parque

   Serra Geral. 

 

> Wir haben mit Freunden das Weingut Miolo und die Stadt Canela besichtigt und zusammen den Cafe

    Colonial genossen.

 

> Wir haben Mineralien und Schmuck gekauft in der Stadt Soledade.

 

> Wir waren bei Freunden in der Hauptstadt Porto Alegre.

 

> Wir haben, so oft es möglich war, nach Fischen und Pflanzen gesucht und auch welche mit nach

    Deutschland genommen als das noch erlaubt war.

 

> Aber vor allem, wir haben mehrfach die Gastfreundschaft der Familie Thoennigs erlebt und das war

   das grösste Erlebnis.

Besuch in einer Amethystmine in der Nähe der Stadt Ametista da Sul.

Wie am Anfang beschrieben, beginnen wir mit einem Besuch in den Amethystminen im Norden des Staates. Da es keine besonderen Informationen gibt, wo und wie man diese Minen finden kann, muss man suchen, wo es welche gibt. Das macht man indem man auf Nebenstrassen fährt und in den kleinen Ortschaften die Leute fragt. Da sieht man auch viele andere Dinge die ein Foto wert sind,  zum Beispiel riesige Datura Pflanzen und wilde Ananas Bromelien.

Ausserhalb der Stadt, wir hätten das ohne die Hilfe eines freundlichen Mitmenschen nie gefunden, kamen wir zu einer der Minen. Es sind Gänge die seitlich in den Berg hinein gegraben sind. Nach einem Gespräch mit den Arbeitern bekamen wir die Erlaubnis in die Mine hinein zu kommen. Mit Schutzhelm versehen gingen wir mit einem Führer in den Berg, wo etwa alle 50 Meter eine kleine Glühbirne ein wenig Licht machte. Vor Ort wurde mit von Hand mit Hammer und Meissel eine Druse freigelegt, eine Knochenarbeit in der Dunkelheit , der Temperatur und der Luftfeuchtigkeit. Wir waren froh als wir wieder draussen waren und haben jetzt grossen Respekt vor den Arbeitern die unter solchen Bedingungen Schmucksteine ans Tageslicht fördern.

Draussen vor der Mine haben wir einiges gesehen, was dort gefunden wird. Auch Achate findet man dort. Das Material in den Kisten ist für Idar Oberstein in Deutschland bestimmt. Wie man uns sagte, machen die noch was "aus jedem Scheissstein".

 

Von der Amethystmine wollten wir weiter. Dazu mussten wir den Rio Varzea auf einer Fähre überqueren, die nicht mit dem eigenen Motor gefahren wurde, sondern von einem kleinen Boot mit Aussenbordmotor. Die Nebenstrassen in dieser Gegend waren nicht asphaltiert, sondern noch Erdstrassen.

Besuch im Parque Florestal Estudal Turvo mit dem längsten Wasserfall der Welt, dem Salto do Yucuma

Bereits am Eingang sahen wir die ersten grossen Bromelien und die Nester der Webervögel. Auf dem weiteren Weg zu dem Wasserfall, Äste mit Orchideen, Büsche und Sträucher mit vielen verschiedenen Schmetterlingen. Das ganze führte dazu, das wir längere Strecken des Weges zu Fuss gegangen sind, das Auto kam langsam hinterher, denn vom Eingang bis zum Wasserfall sind es fast 15 Kilometer bis zu einem Platz wo man parken kann. Dort waren auch Feuerstellen für das beliebte "Churrasco" sowie Tische mit Bänken und Toiletten.

 

Von dort aus konnte man das Brausen des Wassers hören und  durch die Bäume auch einen Teil des Wasserfalles sehen. Wir mussten noch weiter gehen durch die wilde Landschaft und an kleinen Pfützen und  Gewässern über Steine balancieren, bevor wir auf die  offene  Felsbarriere kamen die den Wasserfall auf der brasilianischen Seite begrenzt, denn das andere Flussufer gehört zu Argentinien. 

Das ist der Blick den man hat, wenn man am Ufer des Rio Uruguay angekommen ist. Soweit man sehen kann nach rechts und links stürzt das Wasser hinunter. Der Fall hat eine Länge von etwa 1800 Meter und eine Höhe von etwa 8 - 15 Meter, je nach Wassermenge des Flusses.

          Man kann lange Zeit an dem Fall entlanggehen,  man entdeckt  immer wieder neue Einzelheiten, aber irgendwann geht man zurück zum Parkplatz und auf dem Weg dorthin sieht man noch weitere schöne Dinge. Die blühenden Sträucher, die kleine Schlange am Weg oder der Schmetterling der auf dem Kittel eine Pause einlegt,  sind immer wieder neue schöne Eindrücke.

Man darf im Park nicht übernachten. Auf dem Weg zum Ausgang haben wir noch weitere schöne Dinge gesehen. An einem zugewachsenen See haben wir nach Fischen gesucht, aber da war nichts zu sehen. Angefügt habe ich ein Bild vom Rio Uruguay an einer anderen Stelle. Das ist der Fluss, der über die Wasserfälle hinunterstürzt.

Da es in der Nähe des Parks keine Hotels gibt mussten wir zur nächsten kleinen Stadt fahren um ein Bett für die Nacht zu finden. Unterwegs sahen wir noch ein inzwischen auch dort seltenes Verkehrmittel, einen Wagen der von zwei Ochsen gezogen wurde.

Besuch im Parque Nacional de Aparados da Serra und im Parque Nacional de Serra Geral

Von Cambara do Sul aus sind wir in den Nationalpark  gefahren, haben unterwegs Bäche und kleine Flüsse überquert, bis wir auf dem Plateau standen an dem Canyon Fortaleza. Von dort sind wir zu Fuss weitergegangen bis zum Rand des etwa 1000 Meter tiefen Canyons. Die grossartige Fernsicht von dort kann man nicht beschreiben, ebenso nicht den Aufwind, der die Kleidung durcheinander wirbelt.

Wir haben eine lange Zeit dort oben verbracht und den Ausblick genossen, auf dem Rückweg zum Auto haben wir einen Bach überquert und waren überrascht, es regnete bei blauem Himmel. Das Wasser des Baches fliesst über eine Steilwand in die Tiefe, nach etwa 500 Meter ist der Aufwind so stark, dass ein grosser Teil des Wassers als Tropfen wieder nach oben geblasen wird und sich dort als Regen/Nebel Gemisch niederschlägt. Das mögen die Bromelien und die anderen Pflanzen welche sich in der Steilwand festgesetzt haben, sie haben dadurch ein üppiges Wachstum.

Auf dem Rückweg haben wir weitere Pflanzen gesehen, die sich dem rauhen Klima auf etwa 1000 Meter Höhe angepasst haben. Uns kam es auch so vor, als seien die Farben der Blüten noch intensiver als anderswo. Erstaunlich war, wie viele Aufsitzerpflanzen auf vielen Bäumen waren, sobald diese etwas windgeschützt standen. In einem Bach habe ich Fische gesehen, also mit dem Netz hinein. Gefunden habe ich Cnesterodon decemmaculatus, einen lebendgebährenden Fisch. Am Wegesrand war im Gras eine Schlange zu sehen, ein seltener Glücksfall, denn meistens sind Schlangen schneller verschwunden, als man den Fotoapparat klar hat für eine Aufnahme.

Der Nationalpark Serra Geral mit dem Canyon Itaimbezinho ist viel bekannter als der zuvor gezeigte Bereich. Hier gibt es am Eingang einen Schlagbaum, damit man den Eintritt bezahlt.  Dafür gibt es ein Besucherzentrum mit Informationen auf Schautafeln, Wanderwegen mit Seilen, eine Cafeteria und Toiletten. Wir waren bei einer früheren Reise schon dort gewesen und waren überrascht. Aber die schöne Landschaft war die gleiche geblieben. Mit einem Blick auf den Abendhimmel über dem Canyon, wo tausende von Vögeln Insekten fangen im Aufwind, beendetet wir gegen Abend den Besuch im Park und fuhren zu einem Hotel.

 

Das ist das Hotel, übersetzt hat es den Namen "Zum weissen Rössel", aber der See davor ist nicht der Wolfgangsee in Österreich, sondern ein See bei der Stadt Sao Francisco de Paula. Wir sind  von dort nach Freunden in Caxias do Sul gefahren. Die wollten uns weitere schöne  Dinge zeigen.

Besuch beim Weingut Miolo, Fahrt nach den Städten Canela, Gramado und Umgebung und Cafe Colonial geniessen.

 

Ein Besuch in dem Weingut Miolo mit Verkostung. Es eines der Weingüter in dieser Gegend die alle gute Weine produzieren und wo es Trauben gibt, sind die kleinen Eidechsen zu finden. Sie mögen es sehr, wenn sie süssen Saft  schlecken können.

Mehrfach haben wir den Rio das Antes auf Brücken überquert, von einem Aussichtspunkt die Flussschleife gesehen, welche an die Saarschleife erinnert und in der Stadt Canela die Kathedrale besucht, die einen ganz besonderen Bausstil hat.

 

In der Nähe von Canela ist in einem Park ein Wasserfall mit dem Namen"Caracol", den wollten unsere Freunde uns zeigen. Sie wussten nicht, das wir vorher schon in Fortaleza und Itaimbezinho gewesen waren. Meine Frau war mehr von einem blühenden Baum im Park begeistert, solch einen Baum hatten wir bis dahin nicht gesehen.

Besonders in der Stadt Gramado sieht man häufig deutsche Namen, dafür als Beispiel das Geschäft "Kinderfest". Der "Cafe Colonial" ist eine umfangreiche Tafel mit vielen kalten und warmen Speisen, von der man soviel essen kann wie man möchte. Wenn man auch nur einen Teil der vielen Leckereien essen will, muss man grossen Hunger haben. Das es in jeder Stadt eine Weihnachtsbeleuchtung gibt, obwohl es Frühling ist und jeden Tag wärmer wird, kann man auf dem rechten Bild sehen.

In der Serra wachsen an vielen Strassen wilde Hortensien an den Rändern der Strasse, das ist ein schöner Anblick während der Blütezeit. Das meine Frau ein grösseres Gartenbau Unternehmen in der Nähe von Gramado besitzt, das war mir neu. Sie hat mich überzeugt, das muss eine andere "Ursula" sein. Eigentlich schade, so hätten wir öfter einen Grund nach Brasilien zu fahren.

Besuch und Kauf von Mineralien und Schmuck in Soledade

Auf dem Wege von Carazinho nach Porto Alegre kommt man an der Stadt Soledade vorbei. Wenn man Mineralien, oder Schmuck kaufen möchte, hier ist der richtige Platz. Hier werden die Mineralien verarbeitet, die in den Minen am Rio Uruguay gefunden werden. Als Beispiel für Einkaufsmöglichkeiten habe ich die Firma  Irmãos Lodi & Cia ausgesucht. Sie ist unmittelbar an der Hauptstrasse, sie ist die grösste, die Auswahl ist riesig. Wir sind bisher immer mit mehr hinaus gekommen als wir vorher kaufen wollten. Der Wächter am Eingang ist nicht nur Dekoration, aber so streng und mit erhobener Waffe hat er sich nur hingestellt weil ich ihn darum gebeten habe.

Besuch in der Hauptstadt Porto Alegre

Besuch in der Hauptstadt Porto Alegre

 

Unsere Freunde in Porto Alegre sind Aneliese und Carlos Schünemann. Sie haben uns die Stadt gezeigt, wobei wir gestaunt haben, wie breit der Rio Guiaba dort ist. Da lagen richtige grosse Schiffe zum entladen. In der Stadt selbst gibt es einige schöne Gebäude, aber es ist eine Grosstadt, so etwas haben wir auch in Europa.

Die Suche nach Fischen und Pflanzen in Gewässern und auf Bäumen

Für mich ist es ein Vergnügen, so oft es möglich ist, herumzufahren und in  Gewässern nach Fischen und Pflanzen zu suchen und davon Fotos zu machen. Meistens werde ich von Freunden begleitet, die staunen welche schönen Dinge bei ihnen zu finden sind.

 

Meine Frau hat besonders viel Freude an Aufsitzerpflanzen, das sind die Orchideen, Bromelien und hier besonders die Familie der Tillandsien. Wenn wir unterwegs sind, haben wir nicht nur ins Wasser, sondern auch nach oben in die Bäume geschaut und viele Pflanzenarten gefunden. Davon sind einige mit nach Deutschland gekommen, als es noch erlaubt war so was mitzunehmen.

Abschluss

 Das war eine Auswahl mit Bildern von dem was meine Frau und ich bei verschiedenen Reisen im Staate Rio Grande de Sul gesehen und erlebt haben. Wir wünschen uns für die nächste Reise, das wir auch wieder die Vögel, die Ameiven und auch die lustigen selbstgemachten Strassenschilder wieder sehen können, denn..

...wir haben auch solche Flächen gesehen, wo starke Erosion die Erde weggespült hat und sich keiner darum kümmert. Einzäunungen mit Stacheldraht sind auch nicht unbedingt Methoden, die man aus Europa importieren musste. Wir haben mit Mitarbeitern der IBAMA gesprochen und sind zuversichtlich, es wird besser werden, bevor alles zerstört ist.

 

Eines sollten wir Europäer nicht tun, darüber reden was die Brasilianer falsch machen, erstens ist es ihr eigenes Land und wir sind dort Gäste, zweitens haben wir unseren Erdteil in den vergangenen Jahrhunderten auch stark verändert ohne Rücksicht auf die Natur.

 Mit einem der vielen schönen Sonnenuntergänge beende ich diese Seite. Ich hoff sie hat Dir/Ihnen gefallen.

Wir danken Herrn Grunwald für diesen Reisebericht.

http://www.norbertgrunwald.de/

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