Reisebericht von Norbert Grunwald aus Wuppertal

Die Insel Florianópolis

Die Hauptstadt des Staates Santa Catarina liegt teilweise auf einer Insel, teilweise auf dem Festland und hat den gleichen Namen wie die Insel. Unsere Freunde haben  eine Ferienwohnung dort, darum haben wir mehrfach mit Ihnen gemeinsam Urlaub gemacht und die Insel erkundet. Von Carazinho im Staate Rio Grande de Sul, wo unsere Freunde leben, fährt man in einem Tage zur Insel.

Vom Festland aus sieht man zuerst die alte Hängebrücke, die wird restauriert und danach soll sie  nur für Fussgänger freigegeben werden. Als Autofahrer überquert man den Meeresarm auf einer sechsspurigen Brücke und fährt dann weiter entlang einer Bucht, wo entlang der breiten Strasse nur Hochhäuser und Einkaufszentren stehen.

Auf der dem Meer zugewandten Seite der Insel ist es völlig anders. Weniger Verkehr und eine schöne Aussicht. Wir hatten eine Wohnung mit Meerblick gemietet, der Weg zum Strand "Ingleses" war kurz, also gingen wir als erstes hinüber um den den Strand zu besichtigen.

Der sehr lange Strand "Ingleles" endet an einer bewachsenen Felsnase. Dort findet man verschiedene Bromelienarten, welche die salzige Luft vertragen können, aber auch andere Blumen. Eine kleine Kapelle mit der Mutter Gottes schützt die Badenden, denn man soll je nach den Gezeiten und Windrichtungen bestimmte Stellen meiden.

Auf dem Rückweg zur Ferienwohnung achtet man mehr auf die Einzelheiten am Strand. Die Spuren im Sand sind von einem Reiher, welcher in dem Strandbereich wo die Wellen auflaufen,  nach Tieren sucht die im Sand leben. Weiter oben sitzt die Krabbe vor ihrem Loch und wartet auf die Flut, viele Besucher gehen nur bis zu den Knien im Meer, damit alle den neuen Badeanzug sehen können und meine Frau geniesst es, gegen die Wellen anzuschwimmen.

Wir beobachteten einen Mann, der mit dem Wurfnetz arbeitete. Er hatte bei jedem Wurf in die Wellen Erfolg beim Fangen. Wir kauften ihm einige Fisch ab und hatten ein schönes Abendessen mit frischem gebratenen Fisch. Es waren eine Art Meeräschen und sie schmeckten sehr gut.

Von unserer Unterkunft aus gab es einen Weg ins Innere der Insel, denn musste ich doch mal untersuchen. Im Inneren waren nur noch Pfade, aber an den Bäumen und auch auf dem Boden viele Bromelien und Tillandsien, für mich etwas sehr schönes, denn ich bin seit langer Zeit ein Liebhaber dieser Pflanzengattungen. Wenn man dann noch einige blühende Arten sieht, dann ist die Freude noch grösser.

Wir waren nicht nur am Strand, sondern haben uns öfter von der Eule auf dem Lampenmast vor dem Haus verabschiedet und Orte auf der Insel besucht. Wenn man an der Strasse ein Auto voller Ananas sieht, die dort gestapelt  stehen, ist man überrascht über die Menge, die Grösse und den niedrigen Preis.

In der Ortschaft "Barra do Sul" haben wir den Fischern zugeschaut die auf das Meer hinausfuhren. Aber das lustigste war ein kliener Vogel der einen Hausbriefkasten zu seinem Nest gemacht hat.

Auf dem Rückweg wurden wir vom Weihnachtsmann persönlich begrüsst. Was muss der arme Kerl geschwitzt haben in dem Kostüm.

In der Mitte der Insel ist eine grosse Lagune, die"Lagoa de Conceicao" mit brackigem Wasser. Ich wollte gerne mal nachsehen welche Fischarten dort leben. Gemeinsam mit Carlos, dem Schwiegersohn unserer Freunde fuhren wir dorthin. Es gab einen Anlegesteg für ein Boot das Rundfahrten machte, dort konnten wir bequem mit dem Rahmennetz fischen und auch fotografieren. Die Grundel konnte ich bis jetzt nicht bestimmen, aber die anderen Fische waren Poecilia vivipara, eine Art die schon sehr früh als Aquarienfisch nach Europa gekommen ist. Wie man sehen kann, hat Carlos sich gefreut das wir was gefangen und fotografiert haben.

Im Süden der Insel an der Barra do Sul brausen die Wellen ungehindert auf die Felsen.  Sie haben auch viele tausende Kilometer Anlauf, denn bis Afrika ist kein Hindernis dazwischen.  

einem Fischerdorf haben wir zugesehen wie die Boote vom Strand ins Wasser gezogen werden, ein Knochenjob. Wenn die Fischer etwas vom Fang unmittelbar am Strand aufschneiden und zum Essen vorbereiten, stehen die Geier dahinter und waren auf ihren Anteil, dabei können sie sehr aggressiv werden gegenüber den Artgenossen, aber auch Menschen werden angedroht, wenn es um Futterreste geht

Wir hatten Hunger bekommen und sind in einem besonderen Fischrestaurant unmittelbar am Strand hineingegangen. Es ist zu beachten, man bestellt nur halb so viele Portionen wie Personen am Tisch sind, aber für alle einen Teller sonst bekommt man die Portionen nicht auf. Die Wirtin ist um jeden Gast bemüht und erkundigt sich ob es schmeckt. Wenn man bezahlen will, ist eine VISA Kreditkarte nicht zu verwenden, aber eine normale deutsche Sparkassenkarte wird sofort akzeptiert

An einem Tage mit regnerischem Wetter sind wir zu einem Einkaufszentrum gefahren. In der Eingangshalle war ein grosses Aquarium und im Tiefparterre bei den Parkplätzen ein Geschäft mit Aquarien und Fischen.

Am Strand wurde es inzwischen immer voller, es war Weihnachtszeit, das ist in Brasilien die Urlaubszeit. Ich bin deshalb häufig in die "Natur" gegangen, mal alleine, mal in der Gruppe. Oft hatte man eine schöne Aussicht zum Meer und den kleinen Nachbarinseln. Ich habe Käfer und Epidendrum Orchideen gefunden, aber das ungewöhnlichste waren zwei Bäume, der eine von einer Würgefeige umklammert, der andere hatte es geschafft die Würgefeige abzutöten, aber man konnte die tiefen Spuren in der Rinde sehen, mit denen sie versucht hatte den Baum zu töten. In einem Bach gab es kleine Nymphoiden, das sind Zwergseerosen.

Der Höhepunkt des Urlaubes und das Ende dieser Seite war der Silvesterabend am Strand. Alle Leute waren dort draussen um das Feuerwerk zu sehen, das gibt es bei uns auch, aber hier bei angenehmen Temperaturen.

Wir danken Herrn Grunwald für diesen Reisebericht.

http://www.norbertgrunwald.de/

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