Der kleine, nur 6 Millionen Einwohner zählende Bundesstaat Santa Catarina, gehört zu den faszinierernsten und vielfältigsten Regionen Südamerikas. Auf den 95.400 km² offenbarem sich dem Besucher eine Vielfalt an Landschaften, wie weisse Sandstrände, tropische Wälder oder schneebedeckte Berge, Täler und Dörfer mit deutschem oder italienischem traditions- Bewusstsein. Gleichwohl prägen auch Portugiesen, Polen, Österreicher, Japaner und Afrikaner das Bild Santa Catarinas. Ist Südbrasilien vom internationalen Tourismus bis heute beinahe unbeachtet geblieben, so sind doch die Hauptstadt Florianópolis als Surferparadies, und Blumenau mit seinem Oktoberfest, bis weit über die Grenzen Brasiliens in vieler Munde.
Den Touristen erwarten hier neben über 400 wundervollen Stränden in kurzen Fahrzeiten auch wilde Natur und Berge, welche bis 2000m in den Himmel ragen. Sportarten wie verschiedene Gleitschirmsportarten, Tauchen, Surfen, unterschiedliche Raftingarten oder Segeln und viele mehr, werden dem Besucher einen intensiven und kurzweiligen Urlaub garantieren.
Durch die Grenze im Norden mit Paraná und im Süden mit Rio Grande do Sul, bildet er das Zentrum Südbrasiliens. Die wirtschaftlichen Kontraste zwischen Tausenden von landwirtschaftlichen Kleinbetrieben (meist Familienbetriebe) und einem starken Industriepark, vernetzt mit Verbraucherzentralen, Exporthäfen und leistungsfähigen Strassen, machen Santa Catarina zu einem der wichtigsten Bundesstaaten Brasiliens.
Litoral Norte
Eine idilysches Landschaftsbild an der Nordküste von Santa Catarina bilden die vielen Strände, Wälder und liebevoll gepflegten Städtchen und Dörfer. Die Region, mit den Orschaften São Francisco do Sul, der drittältesten Stadt Brasiliens, und Bombinhas, der regionalen Hauptstadt, sind die meist besuchten Badeorte Südbrasiliens. Deutliche Kontraste, zeigen sich zwischen den Orten von Itapema und Itajaí, welche eine ausgeprägte Infrastruktur für den Touristen hegen, und den einfachen, ruhigen Fischerdörfer wie Barra do Sul, Barra Velha, Piçarras, Penha und Governador Celso Ramos. Die Touristenströme konzentrieren sich während der Sommersaison, aber die Möglichkeiten für Urlaub ist das ganze Jahr gegeben. Besonders im Herbst, wenn das Szenario noch heller wird und das Wasser ideale, warme Temperaturen hat, herrschen ausgezeichnete Bedingungen für Tauchgänge. In Penha findet der Besucher den fünftgrössten Themenpark der Welt, den „Beto Carrero World“, in welchem nicht nur Kinderherzen höher schlagen.
Ilha de Santa Catarina
Die Besucher der Landeshauptstadt Florianópolis, treffen auf eine aussergewöhnlich schöne Stadt und auf ein genauso faszinierendes Umland. Die Stadt befindet sich auf der 424,4 km² grossen Insel „Ilha de Santa Catarina“. Etwas über 400.000 Menschen haben das Privileg, die Schönheit dieser Gegend während des ganzen Jahres geniessen zu dürfen. Jedoch Im Sommer, Dezember bis Februar, tummeln sich über 1 Million Menschen hier. Sie geniessen die unzähligen Wassersportarten welche angeboten werden. Vor allem findet man an den verschiedenen Stränden der Ostseite der Insel überall Treffpunkte für Surfer. Ein ausgiebiges Nachtleben wird mit vielen Restaurants und Bars gewährleistet. Doch neben diesen Turbulenzen, sind in den ländlichen Gemeinden auch verschlafene Fischerdörfer in denen, der Ruhe suchende Mensch dem kommen und gehen der Gezeiten folgen kann.
Litoral Sul
Eine im Winterhalbjahr, friedliche und ruhige Landschaft, erblüht in der zweiten Jahreshälfte , vor allem in den Touristenzentren Garopaba, Laguna und Imbituba mit dem berühmten Strand „Praia do Rosa“ zu Leben und begrüsst im Sommer über 100.000 Gäste. Historikliebhaber werden in Laguna mit seinen insgesamt 600, unter Kulturerbe stehenden Häusern und Monumente gewiss auf ihre Kosten kommen. Das sicherlich wichtigste Gebäude der Stadt, das Haus der brasilianischen Heldin Anita Garibaldi ist bei der Praça da República Juliana zu finden.
Ein ganz besonderes Ereignis kann zwischen Juni und November bewundert werden, wenn sich die Südkaper Wale hier nach niedrigeren Wasserständen und Wärme suchen, um ihren Nachwuchs gebären und säugen können. Zu bewundern sind Mütter mit ihren Jungen, die ihre Präsenz mit fantastischen, akrobatischen Sprüngen kund tun. Ausflüge zur Walbeobachtung werden von den lokalen Agenturen angeboten.
Ein ganz anderes Naturspektakel erlebt man im Süden an der Grenze zu Rio Grande do Sul. In Praia Grande öffnet sich das Tor zum „Parque Nacional de Aparados da Serra”, mit seinen fünf Schluchten Fortaleza, Malacara, Faxinal, Três Irmãos und Itaimbezinho. Letzt genannter ist wohl der Imposanteste mit seinen bis 700m abfallenden Steilwänden. Diese wilde Natur, soll nur mit geschulter Führung besucht erden.
Caminho dos príncipes
Auf dem Pfade des Prinzen Johnville, für welchen 1870 einen Palast erbaute, dieser jedoch nie von der Königlichen Familie bezogen wurde, nennt man diese Region liebevoll. Jonville ist nicht nur die grösste Stadt und das wichtigste Wirtschaftszentrum Santa Catarinas. Die Stadt und seine Umgebung stellen auch einen nicht unbedeutenden touristischen Stellenwert dar. Europäische Einwanderer im 19. Jahrhundert aus Deutschland, Schweiz, Österreich, Italien, Frankreich, Norwegen und Russland prägen diese Region bis heute und verleihen ihr starke Kulturelle Merkmale.
Zu den Sehenswürdigkeiten dieser Region zählt private Naturpark "Emílio Fiorentino Battistella", genannt Rota das Cachoeiras (Weg der Wasserfälle) in Corupá.
Jeden zweiten Samstag des Monats findet eine historische Fahrt mit der Dampfeisenbahn von Rio Negrinho nach Corupá durch die Mata Atlântica (atlantischer Regenwald) statt, welche man nicht auslassen sollte.
Vila Germânica, Blumenau / Beto Vilaboim
Vale Europeu
Das Europäische Tal präsentiert ein Stück Deutschland in Brasilien. Das zeigt sich in der Architektur, Küche und im Kunsthandwerk, den gepflegten Gärten, den sauberen Strassen, den Menschen und ihren Feierlichkeiten, wie zum Beispiel Blumenau mit dem inzwischen weitum bekannten Oktoberfest. Aber die deutscheste Stadt Brasiliens findet der Besucher sicher in Pomerode. Eine Auffälligkeit findet man darin, dass der Stolz zur deutschen Sprache noch vorhanden ist.
Eine Fahrt durch das Tal, führt durch wunderschöne Ortschaften wie Timbo, Indaial, Rio Sul und Nova Trento, wo der religiöse Tourismus zu Mutter Pauline führt. Für Extremsportarten bietet sich der Alto Rio dos Cedros, mit seinen Seen und einer perfekten Kulisse der wilden Bergwelt an.
In Brusque, dem Zentrum der Textilindustrie, stösst man auf ein Einkaufsparadies in welchem Bekleidung, Bettwäsche, Badetücher und Tischdecken feil geboten werden.
Planalto serrano
Die kälteste Region Brasiliens und die einzige, welche Schneesicher ist. Jedes Jahr können einige Tage weisse Wälder und Weiden genossen werden. Keine Seltenheit ist auch, dass gar die Wasserfälle einfrieren.
Die Region ist seinen vielen Wiesen und Wäldern den grossen Schluchten, ideal für den ländlichen Tourismus. Viele Fazendas bieten Zimmer für Ferien oder als Übernachtungs-service an.
Eine Fahrt auf der Estrada Rio do Rastro (SC-438) ausgehend von Lauro Müller durch Planalto Serrano, hinterlässt beeindruckende Bilder mit den engen Haarnadelkurven welche aus 1.467 m bis zum Meereshöhe hinunter führen. Der Blick vom Plateau des Berges ist eine besondere Attraktion, wenn man an klaren Tagen bis zum Meer sehen kann.
Der Nationalpark São Joaquim liegt in der Serra Geral . Hier befindet man sich auf dem Morro da Igreja mit 1.822m , auf einem der höchsten Punkte Santa Catarinas. Da im Winter regelmässig Schnee fällt, ist dies ein beliebtes Ausflugsziel für die Brasilianer während dieser Zeit. Ansonsten sind Wasserfälle, Schluchten und felsige Täler die Sehenswürdigkeiten des Parks.
Encantos do oeste e termas
Die reiche ethnische Mischung ist ein Merkmal der Region. Die Italiener halten den grössten Anteil, was sich zum Beispiel in Chapecó, der grössten Stadt im Westen am auffälligsten offenbart. Die italienische Kultur ist vielerorts anzutreffen, vor allem in Videira, Tangará e Pinheiro Preto. Auch an anderen Orten, werden traditionelle Feste gefeiert, wie zum Beispiel in der knapp 3.000 Seelengemeinde Frei Rogério, welches das aus Japan stammende Hanami (Kirschblütenfest) feiert. Beliebte Reiseziele, mit guter touristischer Infrastruktur und vielen Sehenswürdigkeiten, findet man auch in Treze Tílias und Fraiburgo. In mehreren Städten wie, Piratuba, Águas de Chapecó, São Carlos, Palmitos, Quilombo e Caibi findet man Kurhotels, mit Thermalbäder, welche von Heisswasserquellen gespiesen werden. Eine österreichische Kolonie, mit dem Charme einer Stadt im Tirol, welche nicht nur in der Architektur ersichtlich ist, sondern in der ganzen Art, der dort lebenden Menschen, trifft man in Treze Tílias
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